Weniger Feuerwerk an Silvester – mehr Sicherheit, Tierschutz und Gesundheit!

Der Gemeinderat möge beschließen:  Die Stadt Mannheim erlässt dauerhaft ab 2023/2024 für die Nacht von Silvester auf Neujahr Feuerwerksverbotszonen im Stadtgebiet.

Die Feuerwerksverbotszonen sollten folgende Bereiche umfassen:
–   Komplette Innenstadt inkl. Ring und Friedrichsplatz sowie angrenzende Plätze
–   Neckar- und Rheinbrücken
–   Parks und Grünanlagen sowie zentrale Plätze in den Stadtteilen

Stattdessen erarbeitet die Stadt ein Konzept für eine zentrale Licht- oder Lasershow mit ungefährlichen Effekten für die Silvesternacht.

 

Begründung:

Jedes Jahr an Silvester bricht an verschiedenen Orten in Mannheim eine „Feuerwerkschlacht“ aus. Viele Menschen werden dabei verletzt, Tiere verängstigt und Sachschäden verursacht. Lassen Sie uns lieber den Stolz der Böller-Fanatiker*innen verletzten als die Hände anderer!

Damit würde die Stadt die zahlreichen negativen Begleiterscheinungen und Folgen von privatem Feuerwerk reduzieren, v.a. die massive Störung von Wild- und Haustieren, ein enormes Müllaufkommen im öffentlichen Raum, Verletzungen und Notfalleinsätze, Verängstigung von traumatisierten Kriegsgeflüchteten und eine enorme Feinstaubbelastung.

Die Feinstaubbelastung an Silvester ist extrem hoch. Ein Großteil der jährlichen Feinstaubbelastung wird in der Silvesternacht erzeugt. Die Deutsche Umwelthilfe hat 2019 beantragt, dass in 98 Städten, in denen der Jahresmittelwert Feinstaub den gemäß WHO gesundheitskritischen Grenzwert von 20 µg/m3 überschreitet, das Silvester-feuerwerk zu unterbinden. Dazu zählt auch Mannheim.

Eine hohe Feinstaubbelastung ist eine ernsthafte Bedrohung für Asthmatiker*innen. Jedoch brauchen alle Menschen ausreichend Sauerstoff zum Überleben: „Die meisten aeroben Organismen, darunter die meisten Eukaryoten einschließlich des Menschen benötigen diesen Sauerstoff zum Leben. Eukaryoten brauchen ihn zur Energiegewinnung durch Oxidation in den Mitochondrien. Die Oxygenierung von Stoffwechselprodukten mithilfe von Enzymen (Oxygenasen) wird oft beim Abbau von Stoffen angewendet. Die Reaktion benötigt Sauerstoff und findet in allen aeroben Lebewesen statt.“ (Quelle: Wikipedia)

Lasst die Menschen atmen!

Aber auch die Tiere leiden an diesem Tag besonders. Die Lautstärke versetzt die Tiere in Panik und das ist für die Halter und für die Tiere selbst ziemlich traumatisierend. Freilebende Tiere leiden ebenfalls. Wir können nicht sozusagen bei jeder Veranstaltung ein Fledermausgutachten erstellen, wenn an diesem einen Tag im Jahr alles egal ist.

Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Verletzung vieler Menschen. Grundsätzlich steht es jedem Menschen frei, sich selbst die Finger mit Feuerwerkskörpern „wegzuballern“, aber es werden auch immer Unbeteiligte oder Dritte in Mitleidenschaft gezogen oder angegriffen. Die Notaufnahmen werden unnötig belastet, in der Folge werden Menschen, die wirklich krank sind, weiter gefährdet. Wenn man sich unbedingt die Finger entfernen möchte, geht das auch mit der guten alten Fuchsschwanzsäge.

Durch das Unterbinden von privatem Feuerwerk im öffentlichen Raum würde auch das Müllaufkommen sinken. Nach Silvester dauert es teilweise mehrere Wochen, bis die letzten Überreste der Feuerwerkskörper beseitigt sind, was auch erhebliche Kosten für die Stadt mit sich bringt. Die Reduzierung des Müllaufkommens ist im Klimaschutz-aktionsplan aufgeführt und würde die Bestrebungen Mannheims zur Klimaneutralität bis 2030 unterstützen.

Natürlich braucht es eine Alternative zum freien Feuerwerk für alle. Ein Feuerwerk an einem zentralen Ort, von der Stadt organisiert, wäre eine Option oder auch eine große Licht- oder Lasershow am Wasserturm oder im Ehrenhof.