Zukunftsorientierte Sanierung und Anpassungen im Speckweg durchführen

Der Gemeinderat möge beschließen:

  1. Für den Speckweg wird eine Sanierungsvariante gewählt, die möglichst große Verbesserungen hinsichtlich Sicherheit und Komfort für den Rad- und Fußverkehr umfasst, um dadurch auch finanzielle Zuschüsse von Land oder Bund zu erhalten
  2. Angesichts des im Oktober 2022 eröffneten Parkhauses für die Beschäftigten des Mercedes-Benz-Werks wird geprüft, ob sich die Parksituation im Speckweggebiet entspannt hat
  3. Im Speckweg wird Kurzzeitparken eingeführt, damit keine dauerparkende Fahrzeuge von Beschäftigten des Mercedes-Benz-Werks die Stellplätze belegen, die für Kund*innen der Gewerbetreibenden wichtig sind

 

Begründung:

Die ursprüngliche Planung für den Speckweg sieht eine Neuordnung des gesamten Straßenquerschnitts vor (V063/2022), von der auch der Rad- und Fußverkehr deutlich profitiert hätten, sowohl im Hinblick auf die Verkehrssicherheit als auch auf den Fahrtkomfort. Nach Kritik an diesen verkehrlichen Anpassungen wurde eine Alternativplanung durchgeführt. Diese erarbeitete sog. Kompromisslösung für den Speckweg sieht jedoch lediglich eine Sanierung der Fahrbahndecke vor und keine grundhafte Erneuerung der Rad- und Fußwege, ebenso keine gerechtere Aufteilung des Straßenraums im Hinblick auf eine sichere und zukunftsorientierte Mobilität.

Mannheim möchte im Zusammenhang mit dem Masterplan Mobilität 2035 und dem Klimaschutzaktionsplan die Verkehrswende aktiv unterstützen, indem die Mobilität mit Fahrrad und zu Fuß sicherer gestaltet („Vision Zero“) und deren Anteile am Modal Split erhöht werden. Im Klimaschutzaktionsplan werden zu diesem Thema gleich vier TOP-Maßnahmen aufgeführt, die durch eine verkehrliche Anpassung des Speckwegs erreicht werden können:

  • 7.7.1.1, TOP-Maßnahme 1: Abbau der Privilegien des motorisierten Individualverkehrs
  • 7.7.1.2, TOP-Maßnahme 2: Notwendigkeit reduzieren (auto)mobil zu sein
  • 7.7.2.1, TOP-Maßnahme 1: MIV auf den ÖPNV verlagern
  • 7.7.2.2, TOP-Maßnahme 2: MIV auf das Fahrrad und das Zufußgehen verlagern

Lediglich eine Deckensanierung der MIV-Fahrbahn unter Beibehaltung des Status Quo führt nicht zu einer zukunftsorientierten Aufteilung der Verkehrsfläche angesichts der Ziele der Verkehrswende und der Vision Zero. Zudem ist zu befürchten, dass es hier keine finanziellen Zuschüsse von Land oder Bund gibt.

Hauptkritikpunkt der geplanten verkehrlichen Anpassungen gem. V063/2022 ist die Reduktion der Pkw-Stellplätze im Speckweg. Der Parkdruck dort ist teilweise durch die Beschäftigten des benachbarten Mercedes-Benz-Werks verursacht. Im Oktober 2022 wurde auf dem Werksgelände jedoch ein neues Parkhaus mit 466 Stellplätzen errichtet, das laut Unternehmen „zu einer verbesserten Parkplatzsituation rund um den Standort beitragen [werde]“ (MM, 20.10.2022). Diese neue Situation wurde in der damals geführten Diskussion um den Speckweg jedoch nicht berücksichtigt. Daher dürfte sich die Parkplatzsituation entlang des Speckwegs mittlerweile entschärft haben, sodass auch die Reduktion von Pkw-Stellplätzen zu keiner Verschlechterung für die Gewerbetreibenden mehr führt.

In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, wie die Einführung von Kurzzeitparken mittels Parkscheibe im Speckweg zu einer Verbesserung führen kann, indem dort zu den Geschäftsöffnungszeiten das Dauerparken verhindert wird.